Freitag, 21. März 2014

thugzpassion

Ich sitze hier und sing laut heiter
leis mich fragend immer weiter;
Hab ich nen Riss? Bin ich gerissen?
Was alle Andern scheinbar wissen.
Der von draußen mir am Fenster winkt,
am Glashaus steht zu seh’n: er sinkt!
Der Nachts heimlich am Bett mir sitzt,
ins Ohr mir flüstert, mit mir schwitzt.
Die Tag für Tag kommen und gehen,
die Tag für Tag es kommen sehen.

Ist es Schmerzens- oder Herzensblut,
ist’s lebensmüd? Ist’s Todesmut?
Was ich vor mir seh in Klarheit -
nicht in mir steckt diese Wahrheit!
Ich bin ein Weiser, der die Wahrheit findet -
ein Kind, dass sich die Schuh nicht bindet;
ich bin ein Spinner, über Senkel stolpernd -
Gewinner, Richtung Ziele holpernd;
je nachdem, ob sich wer findet -
der kommt und mir die Schuhe bindet!

Bin ich Grund zum Klatschen? Grund zum Fluchen?
Bin im Grunde nichts als Grund zum Suchen.
Nach dem Ort, an den ich fort gestohlen -
mich zu finden! Und dich abzuholen!
Wer durch Gitterfenster in den Kerker steigt,
mir die Hand reicht, statt mit Fingern zeigt;
wer kommt und hilft mir aufzustehen,
an dessen Seite will ich voran gehen!
Wenn du mich hälst, dann kann ich führen -
durch die Tür, wo sie Beton anrühren.

Wer mich liegen sieht und doch bewegt
wer mich fallen sieht und doch erträgt
dem zeige ich, was sich versteckt
an Orten, wo man sonst aneckt
wo das Leben eingemauert
mit letztem Stein auf’s Ende lauert!
Wo Andere verschämt wegblicken,
dort werde ich dich lustvoll zwicken!
Wo du die Augen schließt zum Verstecke,
dort werd ich brüllen: Komm! Verrecke!

Wenn du wortlos bittest, ich soll schweigen,
werd ich lachend mit dem Finger zeigen;
bis du Wut hast, nimmst den Strolch
fasst sein Herz, nimmst den Dolch
fasst den Mut, nimmst den Frust
treibst ihn in des Lebens Brust!
Hörst du? Wie wir diesen Schrei befreien -
dass Leben nach dem Leben schreien?
Siehst du? Wie wir gegen Morgen rennen -
heute morgen hinter uns verbrennen?

Siehst du, wie wir gen Morgen fliehen,
wie wir morgen Morgen nach uns ziehen?
Siehst du, wie wir uns Morgens küssen,
wenn wir es tun, weil wir es müssen?
Wie wir offen auf der Straße liegen,
uns leideschaftlich ineinander biegen?
Wie wir’s offen auf der Straße treiben,
bis Andren wird nichts Andres bleiben,
als sich in dunklen Ecken und hinter Hecken
vor Geilheit stöhnend die Wunden zu lecken?

Siehst du nicht? Was wir verpassen,
wenn wir unser Herz nicht fassen?
Hörst du nicht? Ich such ohne Pause,
nach meinem Frieden und zu Hause!
Wo ich erwache und hör Kinder lachen,
die laufen-fallen-lernen-machen.
Wo ich erwache und der Frieden siegt,
weil friedlich schlafend dort noch jemand liegt.
Du hörst mich von zu Hause singen?
So hol mich ab! Ich werd uns bringen!

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