Montag, 3. März 2014

deathblow

Ich lieg am Boden, der Rücken zur Wand
hab kalten Schweiß im Stift in der Hand
ohne Gründe jetzt noch aufzustehen
mit Angst am Himmel schwarz zu sehen
mit Angst ich muss mir eingestehen
es ist an der Zeit zu gehen.
Für die Trinker schenk ich nochmal ein
leg für die Kokser eine Line
hab für Druffies eine Hand voll Pillen
wünsch Fixern einen starken Willen
für alle andern meine Hand
meinen Kopf durch eure Wand.

Lasst uns noch die eine Wahrheit nennen
wer drinne friert sieht’s draußen brennen
es knarrt und kracht im Erdenhaus
der Mensch, er räuchert sich heraus.
Drum lasst uns dieses Mal noch tanzen
wir trinken, feiern, rauchen Pflanzen
für die nochmal das Haupt zu senken
für die nochmal die Fahne schwenken
für die, die wir zu früh verloren
für die, an die wir zu denken geschworen.

In der Küche stehen um den Brei
zu viele Köche, kochen Einerlei
das Grau noch mit Beton zu würzen
und Trümmern, die vom Dach abstürzen
so steh’n sie da und hoffen munter
der nächste Koch, er macht es bunter.
Das Fenster zum Garten steht offen
das Leben rausgejagt vom Hoffen
wird eingeholt und erlegt
aufgebrochen und zersägt
in Tupperdosen konserviert
liegt’s in Truhen und erfriert
weil der Mensch sich selbst verkannt
das Haus, das Haus. Es steht in brannt.

So geht mein letzter Fingerzeig
nach Hause Richtung Bürgersteig
auf einen Flug
auf einen Zug
auf ein Gläschen
auf ein Näschen
auf ein Stößchen
auf ein Röschen
auf ein Möschen
ohne Höschen
nochmal grillen
ein paar Pillen
noch ein Küsschen
auf mein Tschüsschen.

Als sich der Tag gen Ende neigt
ihr Blutdruck bis ans Limit steigt
die Köpfe sich nach unten neigen
grau gespiegelt in den Bürgersteigen
wein ich meine letzte Träne
für jeden, der mich bei sich wähnte
spucke meine letzten Tränen
auf dein, sein, ihr und euer Gähnen
und gehe zurück nach Hause
auf meine Suche ohne Pause.

Ich ziehe mit der Melodie
weg vom Sturm und flieh
hör noch wie die Stille schreit
“Mensch ich bleib gern unbefreit”
seh tot gesagte länger sterben
seh tot geplagte nichts vererben
hab im Gepäck noch ihren Schatten
vom Leben, dass sie niemals hatten

hab in Gepäck und Kämpferherz
Blut und Narben, Tränen und Schmerz
hab im Gepäck noch dieses Hoffen
das Ende sei vielleicht noch offen
das ich den Anfang finde dann
mit Mensch, der wieder denken kann
wo sein Wesen wurd der Raub von Flammen
will ich die Fahne in die Asche rammen.

Keine Kommentare: