Montag, 31. März 2014

dastraum-auto(wir/horizont)

Wenn wir unsre Hände ringen
einsetzend was wir haben
die PS auf Straßen bringen
weil wir nutzen unsre Gaben -
wenn von Stoßstange bis Motorhaube
sich im Gedicht vereinigt die Denker
von Felgen bis zur letzten Schraube,
Reifen, Muttern, Sitze, Lenker,
von der Front zum Kofferraum
aus ichbin dubist erist sieist siesind
zusammen bauen auf den Traum -
WIR EIN AUTO sind und geschwind
sich Türen öffnen, wir einstiegen -
quietschen Reifen und pfeifen Ventile
man sieht zum Horizont uns fliegen,
denn wir sind eins! Sie sind bloß viele!

aus-gerechnet(Tribute/zollen)

In Ahnlehnung an des Meisters kleines, aber feines “Damenbusen/Haustürklingel”-Selbstversuchgedicht. Ein Freund nennt mir zwei x-beliebige Worte (was er noch üben muss, was im direkt nachgefolgten Versuch noch deutlicher wurde), ich versuche ad hoc ein Gedicht daraus zu machen. Wer will kann gerne mitprobieren, macht Riesenspaß!


In Afrika im dunklen Stollen
die Minenarbeiter zollen
dessen Tributen ihr Tribut
der nie Dunkel oder Stollen
betritt ihnen Tribut zu zollen
der rechnend glaubt’s wär richtig gut
zollen Andre seinen Attributen Tribut.

Montag, 24. März 2014

kampfansage!

Nur wer seinen Panzer
mit dem richtigen
Notenschlüssel startet
hat die Kugel im Lauf

Um auf’s Feld zu rollen
und den Bastard
den wir Leben nennen
genau zwischen
seinen Augen
zu treffen.

Sonntag, 23. März 2014

vomnotenschlüssel

Hörst du nicht? Selbst in neuen Worten
erklingt uns nicht die ganze Klarheit.
Siehst du nicht? Selbst an neuen Orten
findet sich nicht unsre ganze Wahrheit.
Hörst du nicht? Selbst die eine Hand,
die im Dunkel hier dich fest noch hält;
siehst du nicht? Bewandert totes Land,
an dessen Ende sie mit dir fällt.
Siehst du nicht? Es ist dunkelste Nacht.
Warum? Hörst du es und siehst es nicht,
es ist das Dunkel, das uns finster macht,
siehst du es nicht? Was uns fehlt, ist Licht!

Hörst du im Dunkel die Ketten poltern?
In Ketten liegen schwitzend Schmerzen,
die die Nachtruh mit Klängen foltern -
tanzend auf dem Grunde meines Herzens.
Siehst du, wie schwarz das Kleid umhüllt,
vom Fuss bis hoch unter die Augen?
Siehst du ein Fass voll Glut gefüllt
allein dort stehen? Doch dran glauben?
Sieh ihn die Hand reichen, den Blinden,
der im Dunkeln dich stehen sieht.
Wirst ihn ewig suchen, immer finden -
spürst du? Wie er in die Tiefe zieht?

Siehst du sie dort, die weiten Welten,
die in seinen Augen zeugen von Ferne?
Siehe dort in den Himmelszelten
hell erleuchtet die entfernten Sterne!
Hör die Welt, die zwischen uns liegt,
Noten in den brachen Acker pflanzt,
hör den Geist! Der durch die Nacht fliegt,
kannst du’s spüren? Wie er in mir tanzt?
Hörst du weinend meine Tränen fallen?
Tropfend vor mir in blutige Pfützen -
hör des Tropfens Echo schallen!
Sieh, wie sie beim Weinen nützen!

Kannst du die warmen Hände spüren,
gehauchte Küsse im warmen Wind?
Kannst du’s fühlen? Ich werd dich führen
an den Ort, wo wir die Ersten sind.
Kannst du’s spüren? In uns wird’s heller,
spürst du? Spürst du? Wie nah wir uns sind?
Kannst du’s fühlen? Wir werden schneller!
Dann komm! Dann komm mir nah, mein Kind!
Siehst du sie dort im Schatten sitzen?
Dann schrei! Dann schrei! Es soll erschallen,
dem spitzelnd Auge glasig blitzen,
von mir und dir! Zum Rest! Und allen!

Es soll warm! Warmer Regen fallen,
auf Körper, die brennend sich erhitzen,
im Gegenwinde in die Ferne hallen
wie Frischluft durch die Nebel schwitzen!
Spürst du es? Etwas liegt in der Luft,
siehst du es? Wie sie sich erheben?
Riechst du? In der Luft liegt Morgenduft.
Hörst du? Wie sie sich neu erleben?
Dann schrei! Dann schrei! Dann schrei’s heraus,
die Erde! Lebt! Lebe! Lass uns leben!
Ich klatsch! Ich klatsch! Ich klatsch Applaus,
die Erde bebt! Bebe! Lass uns beben!

Siehst du ihn? Den Menschen, wie er rennt
über Tote, Leid, Blut, Gift und Nöte.
Siehst du den Planeten, wie er brennt?
Siehst du am Himmel Morgenröte?
Dann sieh mich meinen Berg besteigen.
Es war nicht Sinn, dass wir uns finden!
Siehst du zum Horizont mich zeigen,
ist es Zeit für mich! Zu verschwinden.
Vergiss mich nur nie! Weine und sieh:
die Dinge nehmen tanzend ihren Lauf!
Was zum Leben fehlte, war Melodie -
mit dem Lied geht die Morgensonne auf!

nawennfacebookdassagt



Liebe ist
sagen sie
Liebe ist
sagen sie
Liebe ist
sagen sie,
während zehn Prozent
einer Generation
von Crytsal Meth
mit der Klinge
abrasiert werden,
während fünfzig Prozent
einer Generation
hier groß werden
ohne je glücklich zu sein,
während x-Prozent
einer Generation
nicht groß genug werden,
um je glücklich sein zu können.
Sie sagen:
Liebe ist.

Würden wir unsere Schneemänner
in das Kinderzimmer,
statt in den Garten bauen -
dann könnten wir sicher sein,
wenigstens einer erreichte
dort in der Kälte
mit Sicherheit
ein höheres Alter.

Ob sie glücklicher würden,
wer weiß,
wer weiß das schon?
Denn für ein Lächeln
bräuchten ja selbst sie
erstmal ausreichend Kohle.

Freitag, 21. März 2014

thugzpassion

Ich sitze hier und sing laut heiter
leis mich fragend immer weiter;
Hab ich nen Riss? Bin ich gerissen?
Was alle Andern scheinbar wissen.
Der von draußen mir am Fenster winkt,
am Glashaus steht zu seh’n: er sinkt!
Der Nachts heimlich am Bett mir sitzt,
ins Ohr mir flüstert, mit mir schwitzt.
Die Tag für Tag kommen und gehen,
die Tag für Tag es kommen sehen.

Ist es Schmerzens- oder Herzensblut,
ist’s lebensmüd? Ist’s Todesmut?
Was ich vor mir seh in Klarheit -
nicht in mir steckt diese Wahrheit!
Ich bin ein Weiser, der die Wahrheit findet -
ein Kind, dass sich die Schuh nicht bindet;
ich bin ein Spinner, über Senkel stolpernd -
Gewinner, Richtung Ziele holpernd;
je nachdem, ob sich wer findet -
der kommt und mir die Schuhe bindet!

Bin ich Grund zum Klatschen? Grund zum Fluchen?
Bin im Grunde nichts als Grund zum Suchen.
Nach dem Ort, an den ich fort gestohlen -
mich zu finden! Und dich abzuholen!
Wer durch Gitterfenster in den Kerker steigt,
mir die Hand reicht, statt mit Fingern zeigt;
wer kommt und hilft mir aufzustehen,
an dessen Seite will ich voran gehen!
Wenn du mich hälst, dann kann ich führen -
durch die Tür, wo sie Beton anrühren.

Wer mich liegen sieht und doch bewegt
wer mich fallen sieht und doch erträgt
dem zeige ich, was sich versteckt
an Orten, wo man sonst aneckt
wo das Leben eingemauert
mit letztem Stein auf’s Ende lauert!
Wo Andere verschämt wegblicken,
dort werde ich dich lustvoll zwicken!
Wo du die Augen schließt zum Verstecke,
dort werd ich brüllen: Komm! Verrecke!

Wenn du wortlos bittest, ich soll schweigen,
werd ich lachend mit dem Finger zeigen;
bis du Wut hast, nimmst den Strolch
fasst sein Herz, nimmst den Dolch
fasst den Mut, nimmst den Frust
treibst ihn in des Lebens Brust!
Hörst du? Wie wir diesen Schrei befreien -
dass Leben nach dem Leben schreien?
Siehst du? Wie wir gegen Morgen rennen -
heute morgen hinter uns verbrennen?

Siehst du, wie wir gen Morgen fliehen,
wie wir morgen Morgen nach uns ziehen?
Siehst du, wie wir uns Morgens küssen,
wenn wir es tun, weil wir es müssen?
Wie wir offen auf der Straße liegen,
uns leideschaftlich ineinander biegen?
Wie wir’s offen auf der Straße treiben,
bis Andren wird nichts Andres bleiben,
als sich in dunklen Ecken und hinter Hecken
vor Geilheit stöhnend die Wunden zu lecken?

Siehst du nicht? Was wir verpassen,
wenn wir unser Herz nicht fassen?
Hörst du nicht? Ich such ohne Pause,
nach meinem Frieden und zu Hause!
Wo ich erwache und hör Kinder lachen,
die laufen-fallen-lernen-machen.
Wo ich erwache und der Frieden siegt,
weil friedlich schlafend dort noch jemand liegt.
Du hörst mich von zu Hause singen?
So hol mich ab! Ich werd uns bringen!

Samstag, 15. März 2014

vomjägerzumgeplagteningehetztenzehnkommazweisekunden(andenaltenfeind-2)

Ich muss es fragen alter Mann
was du schreibst, da glaubst du dran?
Auf das vom Hocker es mich reiße
steht in jedem Text die gleiche Scheiße.
Vom Fallen und vom Übermut,
vom Saufen und von meiner Wut,
doch die Wahrheit ist,
dass du schief gewickelt bist!
Ja, ich weiß! Du musst es wissen besser
bist von meinem Leid ja auch Mitesser
bei den Anonymen nachgefragt
hat man mir da glatt gesagt
zum Alki da gehörte wohl
tatsächlich wohl auch Alkohol!
Und müsste Wut nicht wütend machen?
Ich seh mich nämlich grinsen, lachen
manchmal ja, da bin ich traurig
auf der Welt geht’s zu gar schaurig,
doch Alter! Bitte glaube mir!
Mein Unwohlsein kommt nicht von dir!
Nur wenn Affen den Moment aufleben
bin ich bereit und will gern Zucker geben,
sodass sie sich erst diebisch freuen -
am Ende Zeit vertan bereuen!
Glaubst du, dass du richtig liegst
mit dem Rumgekeule mich besiegst,
nur weil ich lieber schweige
dir was ich habe nicht mehr zeige?

Lieber piss ich
po-äääähhhhhhh-
sie?
Extra für dich
schön wie
nie

vor mir in den Discoschnee
so dampft es kurz! Tut einmal weh
und wenn Schneemänner sich stolz drin welzen
können sie sich freun! Seh’n sie ihn schmelzen!
Komm hol doch noch ein Dutzend Deppen
die im Stechschritt kommen, fort sich schleppen,
die am Anfang erst vor Kraft kaum stehen
bis sie sang-und klanglos untergehen!
Ihr seid älter, mehr, sicher (,) reich – wie toll
alta! Verwalta! Ihr Kunden echt, ihr bringt’s ja voll,
wenn ihr einredend euch selbst vordichtet
ihr hättet Schaden angerichtet!
Den Kampf vielleicht, mag sein, ja gut
könnt ich verlieren; doch nie meinen Mut
selbst wenn, dann glaube mir
ganz sicher nicht Dank dir!
Ich seh schon stolz geschwellt den Frust
schäumend vor der Hühnenbrust
wenn du’s einfach sagen musst

trifft er mich dann doch der Schlag:
„Ich war’s! Ich war’s!“ Komm und sag
sollt’s für mich zu Ende gehen
„Ich war’s! Ich war’s! Hab’s kommen sehen!“
Wie du dich freust! In der Luft siehst du liegen
Gestank von Fürzen die sekündlich fliegen!

Wenn du dir doch so sicher bist Mann
warum dann
machst du dich nicht woanders ran
hälst bis dahin deine Luft an?

Na gut! Dann sieh mich weiter brechen,
weil du dich gerne hörst beim Sprechen
versuch es über’s Knie zu brechen;
ich wollt nur kurz mit Nadeln stechen!

Und dem Attentäter der Atten tat,
der stolz auf Colt doch langsam wart
und mit seiner Schwarte viel zu fett zum Fliehen
in die Großfresse ne Scharte ziehen

Donnerstag, 13. März 2014

vomabschiedohneende

Wenn feucht das Gras von Regen spricht,
erleuchtet hell, wer keinen blendet!
Uns bezeugend, dass das Wetter wendet,
wenn durch das Grau das erste Licht

den Moment im Vergehenden bricht.
Der nirgends beginnt, überall endet,
er spricht's dann in bunt, folglich gesendet
auf's Dunkel: "Sieh' her! Verstehst du nicht?

Während Mensch sinkend am Wege steht -
weinend, lachend, gähnend und fluchend,
vom Anfang bis zum Ende sprechend.

Nur der Regenbogen! Kommt! Und geht!" -
nicht Anfang oder Ende suchend,
nur als Licht durch Enden brechend.

Samstag, 8. März 2014

alswirunsdieaugenringeansteckten(tschüss,schloofy!)

Seh´ dich mit deinen Kittys vor mir liegen
wo ich wieder mal nicht schlafen darf
würd so gerne dich im Arm jetzt wiegen
doch die Nacht die lange Schatten warf

Sie hat mein Herze mit dem Traum geeint
es bleibt mein Kampf bis zu dem Tag
wenn mein Aug´ die letzte Träne weint
mein Herz am Ende nicht mehr mag

Zieht mich hoch und lässt mich schreien
mit den Füssen nach dem ob´ren Ende
deine Hand will mir den Halt noch leihen
doch ich muss gehen ohne Wende

Du sitzt lange noch bei mir am Grabe
während Andre sich am Schmause laben
malst die Lieb´ im Dreck mit Fingerfarbe
hälst mich warm noch bis zum Abend

Wenn du gehst dann lass Kitty sitzen
mit einem kleinen Regenschirmchen
ich schick hindurch dir durch die Ritzen
schon bald ein kleines Regenwürmchen

Du schaust es an und lässt´s erzählen
ganz nah am Herzen Hoffnung bringen
denn können sie mich nicht mehr quälen
will ich ewig dort mein Liedchen singen

Und leidet einsam deine Seelen qualen
wein ich Regen für das Regenwürmchen
lass für Kitty lächelnd Sonne strahlen
schwitzt sie alleine unter´m Schirmchen

Du weißt mein Schatz, ich lieb dich sehr
und schreib´s  in  Ewigkeit
diesen Schatz gab mir die Liebe her
das schönste Gedicht der unseren Zeit

Bitte sieh mich  nicht so traurig an
als würd´ die große Liebe niemals alt
dein Glück mein Schatz nimm’s an sodann
werd ich friedlich in dir alternd kalt

bevorichaufklatsche

Ich wollt! Dass ich ne Fliege wär;
einfach endlos ziellos
akzeptieren? Halb so schwer!
Hoch und zack! Das wär groß!

Ich wollt! Dass ich ne Fliege wär;
akzeptierte. Wo ich bin
ewig rastlos. Hin und Her.
Hoch und Tief. Reicht als Sinn.

Ich glaub, dass ich ne Fliege bin!
Sehe Licht, neuen Sinn.
Das Fenster auf? Raus und hoff!
Hoff, dass ich beflügelt bin!

sturmwarnung!

Es kommt mir vor durch manches Wort
schimmert alte Handschrift dort!
Als ob alten Meisters Feder Schillert
die vor mir kunstvoll tinten-killer-t!

Ich fühle lange Arme mich umschlingen
kalten Hauch hindurch mich dringen;
frage mich: Wird mich verschonen
sein kalter Kuss an die Millionen

Brüder! Schwestern! Sucht ihr Ruh
lasst Türen, Fenster, Läden zu!
Wenn die Winterwinde hier auf Erden
zu Frühlings-Hetzjagd blasen werden!
Ich wusst nicht weiter was zu tun -
mein junges Leben? Nur Elend und Verderben!
Wie alle Andern auch, so geh ich nun
zur Kirche. Will um Gottes Amt mich dort bewerben!

Das Eine gleich versprech ich dir:
Moses einst, der wär zwar geschwommen;
den Rest der schönen Schöpfung hier?
Hätt ich auch noch grad so hinbekommen!

Natürlich singt ihr mir auch Kirchenlieder;
die Frauen dürfen nackig tanzen!
Wer im Winter friert? Brennt Kirchen nieder,
darf in Trümmern sich verschanzen!

Es lohnt sich echt mich anzubeten;
Ich muss es wissen! Ich tu’s auch!
Wie gewohnt die Hände kneten,
dann vergeht die Wut im Bauch!

Wär’s nicht schön, wenn einer wüsste,
wie man Vetternwirtschaft stoppte? Jede Wette,
dass für Elst niemand mehr zahlen müsste?
Weil er – wie ihr – zu betteln hätte!

Auch Infos müsste keiner missen,
wenn wir meine Bank erbauen -
wär’s kein Problem – ohne Gewissen -
wenn meine Schäfchen mir auf’s Konto schauen!

Was ich für Weltfrieden so tun kann?
Naja, ich werde nie in  Kriege zieh’n -
denn vom Zehnten den ich nehm dann
hol ich mir Nutten, Tripper, Kokain.

Die Po-ethische Perversion? Wäre ex!
Ich erlaube an dir rumzuspielen!
Wie einst der Papst hat man mit Frauen Sex -
auf einmal gleich mit möglichst vielen!

Selbst was für Götter sonst ungewöhnlich,
so bin ich halt – ich gönn’s euch allen!
Und erscheine höchstpersönlich,
wollt ihr vor mir auf die Kniee fallen!

Wer außer mir klatscht noch Applaus;
weil’s gefällt was ich beschrieben,
der kippt für Stimmzettel ne Urne aus
und macht sein Kreuz vor Wolke  sieben!

aufdieletztenanderbar

Es steht neben mir der Teufel stolz
feiert meinen Kopf aus Holz
während ich versagend nur
weitertanz auf meiner Tour
von der Klinge auf die Klippe
vom Stuhl auf's Dach über die Strippe
leer und ausgebrannt vor lauter Glut
ersauf ich selbst im Herzensblut.
Es steht mir bis Unterkante Oberlippe
im Kopf ein Loch, in der Hand eine Schippe;
ich stehe hier und würd gern graben
habe nur noch Kraft im Steh'n zu darben.

Und seh wie wir uns morgen hassen,
weil wir uns bis heut verpassen.
Ich will zurück und mache weiter
Teufel springt wie'n Kind so heiter,
bis ich denk: Der Typ? Ehrlich?
Der war wirklich mal gefährlich?
Nun steht er da und singt in Klarheit
Wort für Wort! Ungelogen! Nur die Wahrheit!
Wie wir Stück um Stück selbst das vergeben
was wir nie hatten und vielleicht nie  erleben.
Brüder! Schwestern! Lasst den Teufel machen!
Die arme Sau hat nur Dank uns gut lachen!
Früher Höllenfürst und Menschenquäler,
heute Buchhalter und Erbsenzähler,
wenn jeder alles gibt zum bittren Ende,
dann bleibt uns Stolz auch ohne Wende!

DIESER MITTELFINGER! FÜR DICH! DU PENNER!
ER IST! UND BLEIBT! UNSER GEMEINSAMER NENNER!

ichsehedenglaubenalleinemirfehlendiezeichen

Wie’s wohl wär, wenn’s nicht verhallte,
was man um den Latz sich knallte?
Wie’s wohl wär, wenn wir er-reichen
die Hände uns durch Fragezeichen?
Die dröhnende Stille, sie würde weichen,
schrien wir’s raus mit Ausrufezeichen!
Der Kenner könnt gekonnter kennen,
würde er mit Semikolon trennen
und verbunden mit Gedankenstrichen,
wär manch Gedanke nicht verblichen!
Wie’s wohl wär, wenn’s nicht verhallte,
was man um den Latz sich knallte -
wenn wir nicht durch die Gedanken hetzten
und am Ende dort bloß Punkte setzten…?

vomjägerzumgeplagteninzehnkommazweisekunden(ohrgewurmt-1)

Wer kommt und will gern Amseln
wamseln
dabei wie’n Hahn rumbosselt
wird von mancher Amsel dann ge-drossel-t
und man sieht ihn raben-schwarz Motorrad fahren
im Hühnerstall, wo andre schon am Gackern waren
und Kuckuckseier pflegten
weil sie einem Windei keine eigenen ins Nest legten.

tweetsiebenundzwanzig

Ich frag mich, wohin wir kämen,
er-lebten wir, statt zu erben;
wenn wir uns das Leben nähmen
und belebten, statt zu sterben.

Donnerstag, 6. März 2014

analle!

an alle bis-hierher-und-nicht-weiter-denker
alle zur-not-eben-sich-selbst-verschenker
an alle verlorenen sich-selber-lenker
alle unverbog´nen selbst-verrenker

an alle chance-um-chance-zu-gern-versäumer
alle trotzdem-noch-vom-morgen-träumer
an alle über die sie gern' „versager!“ klagen
und die trotzdem eigne wege wagen

an alle im-spiegel-nicht-sich-selbst-erkenner
alle nacht-um-nacht-nach-wahrheit-renner
an alle die vergessen in den menschentrauben
als verbot'ne frucht doch an sich glauben

an alle die unentwegt dort ausweg spüren
„wohin“ man fragt „soll´s bloß noch führen?“
an alle die leuchtend auch sich selbst mal blenden
die aus überzeugung nicht bloß zeit verschwenden

an alle die hier und heut´ im traum verbrennen
alle die utopia so zu hause nennen
an alle gottverdammten sternbesinger
eure stolz erhob´nen mittelfinger

ich seh ihn vor mir selbst verschwommen
unser tag er wird bald kommen
an dem man uns dann glied an glied
als wahrheit noch ins auge sieht
an dem wir geschlossen ineinander reihen
synergisch sinnen wieder sinn verleihen
an dem jeder wird am meisten fehlen;
daher will ich dir die angst nicht verhehlen:
wirst du weiter dich davon bloß stehlen
werd ich auf ewig bis unendlich zählen

Montag, 3. März 2014

deathblow

Ich lieg am Boden, der Rücken zur Wand
hab kalten Schweiß im Stift in der Hand
ohne Gründe jetzt noch aufzustehen
mit Angst am Himmel schwarz zu sehen
mit Angst ich muss mir eingestehen
es ist an der Zeit zu gehen.
Für die Trinker schenk ich nochmal ein
leg für die Kokser eine Line
hab für Druffies eine Hand voll Pillen
wünsch Fixern einen starken Willen
für alle andern meine Hand
meinen Kopf durch eure Wand.

Lasst uns noch die eine Wahrheit nennen
wer drinne friert sieht’s draußen brennen
es knarrt und kracht im Erdenhaus
der Mensch, er räuchert sich heraus.
Drum lasst uns dieses Mal noch tanzen
wir trinken, feiern, rauchen Pflanzen
für die nochmal das Haupt zu senken
für die nochmal die Fahne schwenken
für die, die wir zu früh verloren
für die, an die wir zu denken geschworen.

In der Küche stehen um den Brei
zu viele Köche, kochen Einerlei
das Grau noch mit Beton zu würzen
und Trümmern, die vom Dach abstürzen
so steh’n sie da und hoffen munter
der nächste Koch, er macht es bunter.
Das Fenster zum Garten steht offen
das Leben rausgejagt vom Hoffen
wird eingeholt und erlegt
aufgebrochen und zersägt
in Tupperdosen konserviert
liegt’s in Truhen und erfriert
weil der Mensch sich selbst verkannt
das Haus, das Haus. Es steht in brannt.

So geht mein letzter Fingerzeig
nach Hause Richtung Bürgersteig
auf einen Flug
auf einen Zug
auf ein Gläschen
auf ein Näschen
auf ein Stößchen
auf ein Röschen
auf ein Möschen
ohne Höschen
nochmal grillen
ein paar Pillen
noch ein Küsschen
auf mein Tschüsschen.

Als sich der Tag gen Ende neigt
ihr Blutdruck bis ans Limit steigt
die Köpfe sich nach unten neigen
grau gespiegelt in den Bürgersteigen
wein ich meine letzte Träne
für jeden, der mich bei sich wähnte
spucke meine letzten Tränen
auf dein, sein, ihr und euer Gähnen
und gehe zurück nach Hause
auf meine Suche ohne Pause.

Ich ziehe mit der Melodie
weg vom Sturm und flieh
hör noch wie die Stille schreit
“Mensch ich bleib gern unbefreit”
seh tot gesagte länger sterben
seh tot geplagte nichts vererben
hab im Gepäck noch ihren Schatten
vom Leben, dass sie niemals hatten

hab in Gepäck und Kämpferherz
Blut und Narben, Tränen und Schmerz
hab im Gepäck noch dieses Hoffen
das Ende sei vielleicht noch offen
das ich den Anfang finde dann
mit Mensch, der wieder denken kann
wo sein Wesen wurd der Raub von Flammen
will ich die Fahne in die Asche rammen.