Samstag, 15. Februar 2014

entwurzelt

Der Tränen müde
gähnend
verwachsen welkend Äste sich
nach Lebenszeichen sehnend

Im Sande verlaufen
so geht’s nicht weiter
nur an der Hand
keiner Begleiter

Einer nur reichte
der ohne zu zieren
sagt wer sich findet
der kann sich verlieren

Starr wie die Eiche
verwurzelt mein Wille
schließ ich müde die Augen
dröhnt im Ohr mir die Stille

Mittwoch, 5. Februar 2014

urknallfall

Ach Mensch
glaubst du wirklich
zu fliegen
mit den Armen
rudernd
die Geldschlinge
um den Hals
vom wackelnden
Thron
bereit dich
in dein endgültiges
Schicksal zu stürzen?

Nur weil der Boden
der Tatsachen
unter dir
verschwindet
und du erkennst
du wirst auf ihm wohl
niemals landen?

Muss die Zeit erst kommen
dich abzuhängen
war dein Glaube
an Unsinkbarkeit
letzter der
fatalen Irrtümer
bevor du schließlich
urknallst.

Montag, 3. Februar 2014

dasliedvomverlorenenjungen(1)

Ich frage mich, wen ich dort sehe
ob ich es bin, der stellt sich dar,
wenn ich fragend vor’m Spiegel stehe;
ob ich’s noch bin? ob ich’s je war?

Ich frage mich, was ich dort sehe
Engel? Teufel? Oder Narr?
Ich frage mich, wo ich bloß stehe
und ob ich selber dort je war.

Ich frage mich, ob ich wohl dichte
oder kunstvoll mich verstecke?
Ich frage mich, ob ich berichte
oder künstlich mich eindecke?

Ich frage mich:

Bleib ich hier
allein zurück
hinter der Hoffnung
die wir  hatten?

Ich frage mich:

Werf ich Dir,
Stück um Stück,
in Deine Richtung
meinen Schatten?

Ich sage Dir: Ich werd bald kommen,
voller Angst, Du lässt mich sitzen;
hör mich denken: Frei geschwommen!
Seh dabei mich rudernd schwitzen.

Ich sage Dir: Ich werd es schaffen,
nicht ewig bloß hier weiter treiben,
und frage mich: Werd ich’s je raffen?
Will so gern hier weiter bleiben.

Ich frage mich: Wer sieht mich glühen,
wenn ich im Kreis mich drehe?
Ich frage mich, was wird mir blühen,
wenn ich weiter hier eingehe?

Ich frage mich: Bin ich hier verloren;
dabei bloß zu verschwinden?
An dem Ort, von dem ich geschworen
ihn zu suchen und zu finden.

Ich frag mich bloß; wohin wir kämen,
er-lebten wir, statt zu erben,
wenn wir
gemeinsam uns das Leben nähmen;
und es lebten, statt zu sterben.