Dienstag, 21. Januar 2014

Perlentaucher


Alleine stand ich
an diesem See
noch lange nachdem
das Dröhnen der Stechuhr
die Menschen
längst zum Dienst
abberufen.
Und starrte.

Tag für Tag
starrte ich,
durch mein Bild
gespiegelt
auf der Oberfläche
in der Hoffnung
auf mehr
starrte ich
in diesen See.

Die dunklen Wolken
Vorboten
über mir
nur Blitze
Restlicht
in der finsteren
Nacht,
so starrte ich
bis auf den Grund.
Auf den ihre
Lebensperlen
im göttlichen Stahlhagel
unwiederbringlich
gesunken.

Einsam
starrte ich
auf mein Bild
in diesem See
entlang meiner Wangen
die Träne für
vom Niederschlag
beerdigte.

Wer nicht ohne Fehler
ist,
so wie ich es
nicht bin,
dachte ich.
Der werfe
den ersten
Stein,
ich sah ihn
in mir versinken,
versuchte vergebens
noch die Träne
zu greifen,

stehe nun
an diesem See
im Steineregen
und sehe mein Bild
in Ringe
zerfließen.

Frierend
fürchte ich
das ewige Eis
in dem meine
zarten Wogen
sich schockgefrostet
festglätten könnten.

Schwitzend
hoffe ich
du wartest
am rettenden Ufer
an dem ich breche,
ziehst du mich nicht
aus den kalten Fluten,
an dem ich breche
reichen wir uns nicht
die helfenden Hände,

in deren Handschlag
zur Muschel geballt
unsere Perle
aufgeht,
wenn wir einst
angekommen.

Gemeinsam stehen wir
um diesen See
suchen den Weg
ans andere Ufer,
unser zu Hause
am Morgen danach.

In finsterster Nacht
glühen
um diesen See
Katzenaugen
in den Türmen.

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