Dienstag, 29. April 2014

Ich weiß es nicht

Im Spiegelbild fließen Tränen,
bis Morgens dann das Rollo kracht.
Sie schwinden mit dem Sehnen,
wie im Tage dann die Nacht.

Ich such und such, doch scheint es fort,
als läg’s mir fern, was einst so nah.
Ich habe Angst, es bleibt auch dort,
wenn man so tut, als war’s nie da.

Was mich dorthin zum Fenster drängt?
Selbst gewillt – ich kann’s nicht nennen.
Woran mein Herz wohl wirklich hängt,
lerne ich im Abschied kennen.

Mittwoch, 16. April 2014

Dienstag, 15. April 2014

geschätztesglück

Wenn wir uns auf Erden glücklich nennen -
dann sagen wir, dass wir uns glücklich schätzen!
Weil wir diesen Rest als Glück erkennen,
wenn wir uns zum Unglück ins Verhältnis setzen?

wannendlichreichtes?

Geld macht die Reichen reich
Geld macht die Hirne weich
Geld hält manchen Reichen warm
Geld macht viele Arme arm
Geld macht manchen Schwachen kalt und hart
Geld macht manchen Starken kalt und zart
Geld macht Sinn für die Gewinne-Spinner
Geld - Dank ihm. Durch es. Spinnen Gewinner.

Weil durch Geld Verlierer hier Gewinner sind
sind nur Verlierer hier nicht komplett blind
denn: wer durch Geld verloren ist an Rändern
der erkennt: diese Welt, die muss sich ändern!
Es entlarvte die Gewinner-Spinner
enpuppten sich hier echte Gewinner.

Doch es reichen keine bunten Schildchen
und es reichen keine grellen Bildchen
und es reichen nicht gesagte Worte
und es reichen nicht besuchte Orte.
Bis auf dich, Verlierer. Ist bereits alles bekannt.
Nur deine Wahrheit. Sie ist bis heute ungenannt.
Ihr alle klagt
ihr alle sagt
von anderen Orten
in anderen Worten
vom Bettler bis zum König, vom Sklave bis zum Scheichen:
Schuld sind die Dummen. Und verantwortlich die Reichen.

Verlust, Verlierer - machte Sinn!
Nähmst du, Verlierer - nicht bloß hin!
Würdest du nicht bloß wie die Spinner
dich selbst verkennen zum Gewinner.
Sagtest du zu einem Verlierer wie mir
diese Welt gehört uns. Nur uns! Mir und dir
dann müssten wir nicht als die Deppen
auf's Bahnhofsklo die Scheiße schleppen.
Regierte das Geld nur König und Scheiche
machte Armut am Ende aus Armen Reiche.

Montag, 14. April 2014

kalterglanz

In bittrer Kälte leerer Räume
verwachsen Äste junger Bäume
ohne Sonne, die sie jemals säume
in harten Enden kahler Träume

Des zarten Pflänzchens ganzer Glanze
er fällt getaut in Perlen ab
und von der Spitz' der kalten Lanze
sinken Tränen in ihr nasses Grab

Sie steht allein am reißenden Fluss
mit gesenktem Kopf und nur der Steg
trennt noch vom letzten Abschiedskuss
auf ihrer Suche nach dem Heimweg

Sonntag, 13. April 2014

widerstandzwecklos

Einsam fliegt ein Teppich in den Wolken,
wo wir gestern noch Träume molken.
Reibt einsam nun die Hand an der Lampe.
Ich steh verlassen an der Rampe,


träume einsam meinen Traum vom Fliegen.
Von Welten, die dahinter liegen.
Träume einsam meinen Traum vom Siegen
und dich bei mir im Arm zu wiegen.

Seh's vor mir stehen, das güld'ne Ganze,
seh blitzend Augen in dem Glanze,
die vor mir erstarren. Hier in der Kälte -
kein Wort, das meine Nacht erhellte.

Ich reib unbehelligt immer weiter,
als machte Trauer mich gar heiter.
Ich kann's nich lassen. Ich muss dich berühr'n!
Und lass´ warme Finger Feder führ'n!

Du lehrst mir so streng, was ich vermisse.
Und gibst mir Sinn - für das Gewisse!
Denn das Gold in der Hand, es reizt mich nicht -
spiegelt im Moment nicht dein Gesicht!

wunderbardunkel.wunderbarkalt.

In diesem Raum. Der wunderbar dunkel und kalt
wird junges Leben ungebrochen nicht alt.
Die winselnden Lieder von geplatzten Träumen
erklingen hier in Zungen zu Schäumen -

in diesem Raum. Der wunderbar dunkel und kalt.
Wo die Lieben suchen schreiend Halt,
bis das letzte Wort, das sie nach mir senden,
mit Menschen fällt. Von ihren Händen

bleiben im Blute abgedrückt auf kalten Wänden
Zeugen der Kämpfe. Die in ihnen enden.

Zwischen Lieben an der Wand. Die wie Trophäen
lebendig wirkend nach dem Leben flehen
bleib ich regungslos. Einen Moment bloß stehen
und kann ihn im Spiegel vor mir sehen:

Diesen dunklen Raum. Und ein grinsender Spalt
spricht : „Einsam? Komm! Wir werden halt
einfach wunderbar dunkel! Und wunderbar kalt!
Ach komm wir werden! Gemeinsam nicht alt!“



Dienstag, 8. April 2014

richtungswechsel

Weil bezahlend Menschen Zechen blechen
den Sinn im Wort beim Sprechen brechen
produzieren fleißig wie die Bienen ihnen
die Schweigen brechend den Maschinen dienen

Melodie

Weil Musik im Rhythmusfluss
hinführend zum guten Schluss
im Gedankenbus an sein muss.

vomaltenwald

Im alten Wald dort stand ein Baum
und seine Eicheln lagen kaum
da kam herbei das wilde Schwein
und haute sich die Eicheln rein

Im Laufe von vielen Jahren
Tiere und Pflanzen waren
im alten Walde ungestört
bis der Mensch kam, der empört

zuerst erlegte wildes Schwein -
weil Anblicke beleidigt sei’n.
Wälder fällend schuf er Räume
rodete Land, fällte Bäume,

bis den Rest vom Wald stellte dar
der Baum, der einst der Erste war.
Als kurz darauf war ausgestorben
Mensch der alten Wald verdorben

musst lang der Baum allein stehen
im toten Boden eingehen -
ohne Schweine, Eicheln, Blätter -
Dank saurem Regen. Das Wetter

war alles, was vom Menschen blieb.
Und dieses Schild, dass man beschrieb.
Und eine Mauer. Und ihr Putz.
Ein toter Baum. Und Denkmalschutz.

Sonntag, 6. April 2014

derhöhepunktimtraumzuzweit

Ich WEISS-WEISS-WEISS-WEISS
du bist HEISS-HEISS-HEISS-HEISS!
Wenn du SINGST-SINGST-SINGST-SINGST
KLINGST-KLINGST-KLINGST-KLINGST!
Durchfährst du im LIED-LIED-LIED-LIED
mir jedes GLIED-GLIED-GLIED-GLIED!

Doch zwischen uns steht dort im Raum
eine Grenze, die du nicht erkennst!
Es stellt Wirklichkeit ständig dem Traum
in die Wege, was du Logik nennst!

Die Regel steht dir hier in diesem Spiel
weil du hin und her bloß fliehst
durch Welten, die zu einen einst war Ziel -
die du nun auseinander ziehst,

im Weg! Wenn grade genug viel zu viel
und beinah viel zu wenig ist!
Dann vergisst der Zug um Zug das Spiel
der geregelt jeden Schritt bemisst!

Kannst du denn Tage noch verpennen
wenn schlaflos drückt der Schuh
und nur um des Rennens Willen rennen
bis das schlagend Herz gibt Ruh?

Kannst du denn noch laut schreien: „FAST!“,
wenn’s Leben traum-fangend gekommen?
Weil du „FANG MICH DOCH“ gerufen hast
und Flucht nach vorn dir vorgenommen?

Im Verstand kann man geschickt sich wenden!
Doch mit vier heiß sich streichelnd Händen -
vom Mund – zur Brust – hin zu den Lenden
kann man überall! Im Freien, in vier Wänden -

wenn leidenschaftlich Lippen küssen
die sich leidenschaftlich küssen müssen;
wenn man Lippen küssen spürt,
wohin Küsse bisher nie geführt -

kann man überall! In vier Wänden! Im Freien!
Höhepunkte besorgen! Und sie laut beschreien!
Es muss nur Verstand sein, bis er dann führt
dorthin. Wo man die Lust verspürt!

Ich WEISS-WEISS-WEISS-WEISS
wir sind HEISS-HEISS-HEISS-HEISS!
wenn wir SINGEN-SINGEN-SINGEN
ERKLINGEN-KLINGEN-KLINGEN!
Doch wird unsre MELO-DIE-DIE-DIE
erklingen: JETZT! Oder NIE-NIE-NIE!

augeumohrzahnumzehe

Wie ein Getriebener hetze ich
mit offenen Ohren
durch menschenleere Straßen
was ich treffe ist
Gebrüll.
Wen ich verstehe?
Keinen Menschen.

Völlig schmerzbereit hetze ich
sehenden Auges
vorbei an verkraterten Gärten
was ich höre sind
Bomben die platzen. Wen ich erkenne?
Keinen Menschen.

Im Erdenhaus herrscht
zwischenmenschlicher
Stellungskrieg
den man zusammen führt bis
eine Befürchtung
eine Störung
ein Missverständnis
Unverständnis
verhärtete Fronten bildet.

Man gibt sich's
man nimmt sich's
hin und her
bis der eine die Sinnlosigkeit
dieses Krieges
im gebrachten Opfer erkennt
und seine weiße Weste schwenkt.
Bis der Andere seinen Frieden
im Eroberten macht
Geschlagene
gesenkten Hauptes
durch triumphgebogene Türrahmen
ausmarschieren.

Die Reparationen des Verlierers
kassiert das Schweigen
der in Worten bezahlt
die von nun an
ungesagt bleiben.

Die Reparationen des Verlierers
kassiert das Schweigen
welches die Kriegskassen
der brand-
wortschatzenden Gewinner
mit wehrloser Leere
befüllt.

Samstag, 5. April 2014

made

guck mich an und nenn mich made
das tut zwar weh und ist auch schade
doch maden erfüllen ihren zweck
fressen sie sich fett im restedreck

von dem ihr tut als nähme man weg
euch den parmaschinkeneichelspeck
ich lebe lieber von den resten
als mich mit euch auf euren festen

auf kosten aller arsch fett sitzend
nur beim fressen bäche schwitzend
einzureihen unter spinnern
verlierer zählenden gewinnern

die von oben herab sehen als richtig an
und entpuppe ich mich dann
werd ich vielleicht zum schmetterling
wenn ich in die luft mich bring

dann lehrt dir das insektenvieh
die chaostheorie
wenn wir durch ein flügel-schlagen
von fern den ganzen sturm los-jagen

notmacherfinderisch(rübezahl/tee)

es saß ganz allein der rübezahl
vorm rübenfeld blies trübe sal
weil winter ihm die rüben stahl
wurd’s rübenzählen ihm zur qual

er saß allein und dacht oh weh
vor ihm liegt nur eis und schnee
rüben hat er grad noch drei
der winter ist noch nicht vorbei

doch kurz bevor er aufgab dann
dacht rübezahl sich: mannomann
ich nehm eine hand voll schnee
mach wasser draus – koch rübentee

so sitzt  ervoller stolz heute noch
im winter gewärmt vor’m feuerloch
weil im winter der ihm alles nahm -
rübezahl zum eistee kam

entschuldigung!

Im Innern dessen, was der traurige Narr
sagte zu dir, als es zu viel für ihn war -
in seinem Gepolter, Gewitter, Geschrei
wofür er nun bittet: Bitte verzeih!

Im innern lag dort, wo er laut gebrüllt
leis verborgen, schweigend still -
durch laute Reden in Lautem verhüllt
was er wirklich sagen will:

Diese innre Wahrheit, die ihn zum Äußersten trieb
die im Stillen liegend besagt:
“Du? Ich hab dich furchtbar lieb!”

Die äußerte sich laut, weil der Narr die Angst satt
hat – die ihm kommt, wenn er sich fragt:
“ob auch jemand mich lieb hat…?”

warumichdenkenichtganzfalschzuliegenwennichmirsage...

...diekönnennichtganzrichtigsein

Wenn Worte
und Gedanken
durch Stift und Papier
auf ihrem Weg
durch uns zum Ziel
werden,

weil wir nicht gefangen bleiben
in Blicken
die nicht weiter reichen
als das Auge sieht.
Wenn der Traum wahr
werdend ist
der dich durch den Horizont
erweiternd
weg von dir
hin zu Worten treibt,

in denen man nicht gefangen ist
und bleibt
weil sie weiter reichen
als das Auge sieht.
Wenn der Platz wahr werdend
wird
an den das Herz flieht
wenn er sich in dessen Be-schreibung
unbegreiflicherweise
offenbart:

dann wird Hoffnung
Wort für Wort
durch hoffnungsvolle Worte
echt
werdend
zu echter Hoffnung.

Wenn Worte
auf ihrem Weg zum Ziel
durch uns
lebendig werden -
dann wirken wir durch sie

be-lebend

weil wir uns in ihnen
unsere Hoffnung be-schreibend
offenbaren.

@barackobama:DONTSAFEUS2DEATH!PLEASE!

So lange keiner Frieden schließt -
stellt sich die Gefahr doch dar
dass kalte Kriege heiß noch schießt -
wer bis dahin der Verlierer war.

So lange keiner Frieden schließt -
ist und bleibt doch die Gefahr
dass antwortend auf Sieger schießt -
wer als Verlierer machtlos war.

So lange bis der Kreis sich schließt
kann man auf Waffen bauen!
Und genauso bis der Erste schießt
kalter Kriege Frieden trauen!

Dienstag, 1. April 2014

dankefürszuhören

Es denkt sich das
Geheimdienstass
er sucht und findet
doch er-blindet.
Mit drauf geschmissen
voll geschissen
ist ihre Datenbank
dort  im Gestank
wo sie ersaufen
mit im Haufen.
Erst dann hinter dir
das glaube mir
lässt man laufen
hinter’m Haufen
bei ihm im Turm
zusammen Wurm!
Für den erblindet
ihr Nadeln findet.

Montag, 31. März 2014

dastraum-auto(wir/horizont)

Wenn wir unsre Hände ringen
einsetzend was wir haben
die PS auf Straßen bringen
weil wir nutzen unsre Gaben -
wenn von Stoßstange bis Motorhaube
sich im Gedicht vereinigt die Denker
von Felgen bis zur letzten Schraube,
Reifen, Muttern, Sitze, Lenker,
von der Front zum Kofferraum
aus ichbin dubist erist sieist siesind
zusammen bauen auf den Traum -
WIR EIN AUTO sind und geschwind
sich Türen öffnen, wir einstiegen -
quietschen Reifen und pfeifen Ventile
man sieht zum Horizont uns fliegen,
denn wir sind eins! Sie sind bloß viele!

aus-gerechnet(Tribute/zollen)

In Ahnlehnung an des Meisters kleines, aber feines “Damenbusen/Haustürklingel”-Selbstversuchgedicht. Ein Freund nennt mir zwei x-beliebige Worte (was er noch üben muss, was im direkt nachgefolgten Versuch noch deutlicher wurde), ich versuche ad hoc ein Gedicht daraus zu machen. Wer will kann gerne mitprobieren, macht Riesenspaß!


In Afrika im dunklen Stollen
die Minenarbeiter zollen
dessen Tributen ihr Tribut
der nie Dunkel oder Stollen
betritt ihnen Tribut zu zollen
der rechnend glaubt’s wär richtig gut
zollen Andre seinen Attributen Tribut.

Montag, 24. März 2014

kampfansage!

Nur wer seinen Panzer
mit dem richtigen
Notenschlüssel startet
hat die Kugel im Lauf

Um auf’s Feld zu rollen
und den Bastard
den wir Leben nennen
genau zwischen
seinen Augen
zu treffen.

Sonntag, 23. März 2014

vomnotenschlüssel

Hörst du nicht? Selbst in neuen Worten
erklingt uns nicht die ganze Klarheit.
Siehst du nicht? Selbst an neuen Orten
findet sich nicht unsre ganze Wahrheit.
Hörst du nicht? Selbst die eine Hand,
die im Dunkel hier dich fest noch hält;
siehst du nicht? Bewandert totes Land,
an dessen Ende sie mit dir fällt.
Siehst du nicht? Es ist dunkelste Nacht.
Warum? Hörst du es und siehst es nicht,
es ist das Dunkel, das uns finster macht,
siehst du es nicht? Was uns fehlt, ist Licht!

Hörst du im Dunkel die Ketten poltern?
In Ketten liegen schwitzend Schmerzen,
die die Nachtruh mit Klängen foltern -
tanzend auf dem Grunde meines Herzens.
Siehst du, wie schwarz das Kleid umhüllt,
vom Fuss bis hoch unter die Augen?
Siehst du ein Fass voll Glut gefüllt
allein dort stehen? Doch dran glauben?
Sieh ihn die Hand reichen, den Blinden,
der im Dunkeln dich stehen sieht.
Wirst ihn ewig suchen, immer finden -
spürst du? Wie er in die Tiefe zieht?

Siehst du sie dort, die weiten Welten,
die in seinen Augen zeugen von Ferne?
Siehe dort in den Himmelszelten
hell erleuchtet die entfernten Sterne!
Hör die Welt, die zwischen uns liegt,
Noten in den brachen Acker pflanzt,
hör den Geist! Der durch die Nacht fliegt,
kannst du’s spüren? Wie er in mir tanzt?
Hörst du weinend meine Tränen fallen?
Tropfend vor mir in blutige Pfützen -
hör des Tropfens Echo schallen!
Sieh, wie sie beim Weinen nützen!

Kannst du die warmen Hände spüren,
gehauchte Küsse im warmen Wind?
Kannst du’s fühlen? Ich werd dich führen
an den Ort, wo wir die Ersten sind.
Kannst du’s spüren? In uns wird’s heller,
spürst du? Spürst du? Wie nah wir uns sind?
Kannst du’s fühlen? Wir werden schneller!
Dann komm! Dann komm mir nah, mein Kind!
Siehst du sie dort im Schatten sitzen?
Dann schrei! Dann schrei! Es soll erschallen,
dem spitzelnd Auge glasig blitzen,
von mir und dir! Zum Rest! Und allen!

Es soll warm! Warmer Regen fallen,
auf Körper, die brennend sich erhitzen,
im Gegenwinde in die Ferne hallen
wie Frischluft durch die Nebel schwitzen!
Spürst du es? Etwas liegt in der Luft,
siehst du es? Wie sie sich erheben?
Riechst du? In der Luft liegt Morgenduft.
Hörst du? Wie sie sich neu erleben?
Dann schrei! Dann schrei! Dann schrei’s heraus,
die Erde! Lebt! Lebe! Lass uns leben!
Ich klatsch! Ich klatsch! Ich klatsch Applaus,
die Erde bebt! Bebe! Lass uns beben!

Siehst du ihn? Den Menschen, wie er rennt
über Tote, Leid, Blut, Gift und Nöte.
Siehst du den Planeten, wie er brennt?
Siehst du am Himmel Morgenröte?
Dann sieh mich meinen Berg besteigen.
Es war nicht Sinn, dass wir uns finden!
Siehst du zum Horizont mich zeigen,
ist es Zeit für mich! Zu verschwinden.
Vergiss mich nur nie! Weine und sieh:
die Dinge nehmen tanzend ihren Lauf!
Was zum Leben fehlte, war Melodie -
mit dem Lied geht die Morgensonne auf!

nawennfacebookdassagt



Liebe ist
sagen sie
Liebe ist
sagen sie
Liebe ist
sagen sie,
während zehn Prozent
einer Generation
von Crytsal Meth
mit der Klinge
abrasiert werden,
während fünfzig Prozent
einer Generation
hier groß werden
ohne je glücklich zu sein,
während x-Prozent
einer Generation
nicht groß genug werden,
um je glücklich sein zu können.
Sie sagen:
Liebe ist.

Würden wir unsere Schneemänner
in das Kinderzimmer,
statt in den Garten bauen -
dann könnten wir sicher sein,
wenigstens einer erreichte
dort in der Kälte
mit Sicherheit
ein höheres Alter.

Ob sie glücklicher würden,
wer weiß,
wer weiß das schon?
Denn für ein Lächeln
bräuchten ja selbst sie
erstmal ausreichend Kohle.

Freitag, 21. März 2014

thugzpassion

Ich sitze hier und sing laut heiter
leis mich fragend immer weiter;
Hab ich nen Riss? Bin ich gerissen?
Was alle Andern scheinbar wissen.
Der von draußen mir am Fenster winkt,
am Glashaus steht zu seh’n: er sinkt!
Der Nachts heimlich am Bett mir sitzt,
ins Ohr mir flüstert, mit mir schwitzt.
Die Tag für Tag kommen und gehen,
die Tag für Tag es kommen sehen.

Ist es Schmerzens- oder Herzensblut,
ist’s lebensmüd? Ist’s Todesmut?
Was ich vor mir seh in Klarheit -
nicht in mir steckt diese Wahrheit!
Ich bin ein Weiser, der die Wahrheit findet -
ein Kind, dass sich die Schuh nicht bindet;
ich bin ein Spinner, über Senkel stolpernd -
Gewinner, Richtung Ziele holpernd;
je nachdem, ob sich wer findet -
der kommt und mir die Schuhe bindet!

Bin ich Grund zum Klatschen? Grund zum Fluchen?
Bin im Grunde nichts als Grund zum Suchen.
Nach dem Ort, an den ich fort gestohlen -
mich zu finden! Und dich abzuholen!
Wer durch Gitterfenster in den Kerker steigt,
mir die Hand reicht, statt mit Fingern zeigt;
wer kommt und hilft mir aufzustehen,
an dessen Seite will ich voran gehen!
Wenn du mich hälst, dann kann ich führen -
durch die Tür, wo sie Beton anrühren.

Wer mich liegen sieht und doch bewegt
wer mich fallen sieht und doch erträgt
dem zeige ich, was sich versteckt
an Orten, wo man sonst aneckt
wo das Leben eingemauert
mit letztem Stein auf’s Ende lauert!
Wo Andere verschämt wegblicken,
dort werde ich dich lustvoll zwicken!
Wo du die Augen schließt zum Verstecke,
dort werd ich brüllen: Komm! Verrecke!

Wenn du wortlos bittest, ich soll schweigen,
werd ich lachend mit dem Finger zeigen;
bis du Wut hast, nimmst den Strolch
fasst sein Herz, nimmst den Dolch
fasst den Mut, nimmst den Frust
treibst ihn in des Lebens Brust!
Hörst du? Wie wir diesen Schrei befreien -
dass Leben nach dem Leben schreien?
Siehst du? Wie wir gegen Morgen rennen -
heute morgen hinter uns verbrennen?

Siehst du, wie wir gen Morgen fliehen,
wie wir morgen Morgen nach uns ziehen?
Siehst du, wie wir uns Morgens küssen,
wenn wir es tun, weil wir es müssen?
Wie wir offen auf der Straße liegen,
uns leideschaftlich ineinander biegen?
Wie wir’s offen auf der Straße treiben,
bis Andren wird nichts Andres bleiben,
als sich in dunklen Ecken und hinter Hecken
vor Geilheit stöhnend die Wunden zu lecken?

Siehst du nicht? Was wir verpassen,
wenn wir unser Herz nicht fassen?
Hörst du nicht? Ich such ohne Pause,
nach meinem Frieden und zu Hause!
Wo ich erwache und hör Kinder lachen,
die laufen-fallen-lernen-machen.
Wo ich erwache und der Frieden siegt,
weil friedlich schlafend dort noch jemand liegt.
Du hörst mich von zu Hause singen?
So hol mich ab! Ich werd uns bringen!

Samstag, 15. März 2014

vomjägerzumgeplagteningehetztenzehnkommazweisekunden(andenaltenfeind-2)

Ich muss es fragen alter Mann
was du schreibst, da glaubst du dran?
Auf das vom Hocker es mich reiße
steht in jedem Text die gleiche Scheiße.
Vom Fallen und vom Übermut,
vom Saufen und von meiner Wut,
doch die Wahrheit ist,
dass du schief gewickelt bist!
Ja, ich weiß! Du musst es wissen besser
bist von meinem Leid ja auch Mitesser
bei den Anonymen nachgefragt
hat man mir da glatt gesagt
zum Alki da gehörte wohl
tatsächlich wohl auch Alkohol!
Und müsste Wut nicht wütend machen?
Ich seh mich nämlich grinsen, lachen
manchmal ja, da bin ich traurig
auf der Welt geht’s zu gar schaurig,
doch Alter! Bitte glaube mir!
Mein Unwohlsein kommt nicht von dir!
Nur wenn Affen den Moment aufleben
bin ich bereit und will gern Zucker geben,
sodass sie sich erst diebisch freuen -
am Ende Zeit vertan bereuen!
Glaubst du, dass du richtig liegst
mit dem Rumgekeule mich besiegst,
nur weil ich lieber schweige
dir was ich habe nicht mehr zeige?

Lieber piss ich
po-äääähhhhhhh-
sie?
Extra für dich
schön wie
nie

vor mir in den Discoschnee
so dampft es kurz! Tut einmal weh
und wenn Schneemänner sich stolz drin welzen
können sie sich freun! Seh’n sie ihn schmelzen!
Komm hol doch noch ein Dutzend Deppen
die im Stechschritt kommen, fort sich schleppen,
die am Anfang erst vor Kraft kaum stehen
bis sie sang-und klanglos untergehen!
Ihr seid älter, mehr, sicher (,) reich – wie toll
alta! Verwalta! Ihr Kunden echt, ihr bringt’s ja voll,
wenn ihr einredend euch selbst vordichtet
ihr hättet Schaden angerichtet!
Den Kampf vielleicht, mag sein, ja gut
könnt ich verlieren; doch nie meinen Mut
selbst wenn, dann glaube mir
ganz sicher nicht Dank dir!
Ich seh schon stolz geschwellt den Frust
schäumend vor der Hühnenbrust
wenn du’s einfach sagen musst

trifft er mich dann doch der Schlag:
„Ich war’s! Ich war’s!“ Komm und sag
sollt’s für mich zu Ende gehen
„Ich war’s! Ich war’s! Hab’s kommen sehen!“
Wie du dich freust! In der Luft siehst du liegen
Gestank von Fürzen die sekündlich fliegen!

Wenn du dir doch so sicher bist Mann
warum dann
machst du dich nicht woanders ran
hälst bis dahin deine Luft an?

Na gut! Dann sieh mich weiter brechen,
weil du dich gerne hörst beim Sprechen
versuch es über’s Knie zu brechen;
ich wollt nur kurz mit Nadeln stechen!

Und dem Attentäter der Atten tat,
der stolz auf Colt doch langsam wart
und mit seiner Schwarte viel zu fett zum Fliehen
in die Großfresse ne Scharte ziehen

Donnerstag, 13. März 2014

vomabschiedohneende

Wenn feucht das Gras von Regen spricht,
erleuchtet hell, wer keinen blendet!
Uns bezeugend, dass das Wetter wendet,
wenn durch das Grau das erste Licht

den Moment im Vergehenden bricht.
Der nirgends beginnt, überall endet,
er spricht's dann in bunt, folglich gesendet
auf's Dunkel: "Sieh' her! Verstehst du nicht?

Während Mensch sinkend am Wege steht -
weinend, lachend, gähnend und fluchend,
vom Anfang bis zum Ende sprechend.

Nur der Regenbogen! Kommt! Und geht!" -
nicht Anfang oder Ende suchend,
nur als Licht durch Enden brechend.

Samstag, 8. März 2014

alswirunsdieaugenringeansteckten(tschüss,schloofy!)

Seh´ dich mit deinen Kittys vor mir liegen
wo ich wieder mal nicht schlafen darf
würd so gerne dich im Arm jetzt wiegen
doch die Nacht die lange Schatten warf

Sie hat mein Herze mit dem Traum geeint
es bleibt mein Kampf bis zu dem Tag
wenn mein Aug´ die letzte Träne weint
mein Herz am Ende nicht mehr mag

Zieht mich hoch und lässt mich schreien
mit den Füssen nach dem ob´ren Ende
deine Hand will mir den Halt noch leihen
doch ich muss gehen ohne Wende

Du sitzt lange noch bei mir am Grabe
während Andre sich am Schmause laben
malst die Lieb´ im Dreck mit Fingerfarbe
hälst mich warm noch bis zum Abend

Wenn du gehst dann lass Kitty sitzen
mit einem kleinen Regenschirmchen
ich schick hindurch dir durch die Ritzen
schon bald ein kleines Regenwürmchen

Du schaust es an und lässt´s erzählen
ganz nah am Herzen Hoffnung bringen
denn können sie mich nicht mehr quälen
will ich ewig dort mein Liedchen singen

Und leidet einsam deine Seelen qualen
wein ich Regen für das Regenwürmchen
lass für Kitty lächelnd Sonne strahlen
schwitzt sie alleine unter´m Schirmchen

Du weißt mein Schatz, ich lieb dich sehr
und schreib´s  in  Ewigkeit
diesen Schatz gab mir die Liebe her
das schönste Gedicht der unseren Zeit

Bitte sieh mich  nicht so traurig an
als würd´ die große Liebe niemals alt
dein Glück mein Schatz nimm’s an sodann
werd ich friedlich in dir alternd kalt

bevorichaufklatsche

Ich wollt! Dass ich ne Fliege wär;
einfach endlos ziellos
akzeptieren? Halb so schwer!
Hoch und zack! Das wär groß!

Ich wollt! Dass ich ne Fliege wär;
akzeptierte. Wo ich bin
ewig rastlos. Hin und Her.
Hoch und Tief. Reicht als Sinn.

Ich glaub, dass ich ne Fliege bin!
Sehe Licht, neuen Sinn.
Das Fenster auf? Raus und hoff!
Hoff, dass ich beflügelt bin!

sturmwarnung!

Es kommt mir vor durch manches Wort
schimmert alte Handschrift dort!
Als ob alten Meisters Feder Schillert
die vor mir kunstvoll tinten-killer-t!

Ich fühle lange Arme mich umschlingen
kalten Hauch hindurch mich dringen;
frage mich: Wird mich verschonen
sein kalter Kuss an die Millionen

Brüder! Schwestern! Sucht ihr Ruh
lasst Türen, Fenster, Läden zu!
Wenn die Winterwinde hier auf Erden
zu Frühlings-Hetzjagd blasen werden!
Ich wusst nicht weiter was zu tun -
mein junges Leben? Nur Elend und Verderben!
Wie alle Andern auch, so geh ich nun
zur Kirche. Will um Gottes Amt mich dort bewerben!

Das Eine gleich versprech ich dir:
Moses einst, der wär zwar geschwommen;
den Rest der schönen Schöpfung hier?
Hätt ich auch noch grad so hinbekommen!

Natürlich singt ihr mir auch Kirchenlieder;
die Frauen dürfen nackig tanzen!
Wer im Winter friert? Brennt Kirchen nieder,
darf in Trümmern sich verschanzen!

Es lohnt sich echt mich anzubeten;
Ich muss es wissen! Ich tu’s auch!
Wie gewohnt die Hände kneten,
dann vergeht die Wut im Bauch!

Wär’s nicht schön, wenn einer wüsste,
wie man Vetternwirtschaft stoppte? Jede Wette,
dass für Elst niemand mehr zahlen müsste?
Weil er – wie ihr – zu betteln hätte!

Auch Infos müsste keiner missen,
wenn wir meine Bank erbauen -
wär’s kein Problem – ohne Gewissen -
wenn meine Schäfchen mir auf’s Konto schauen!

Was ich für Weltfrieden so tun kann?
Naja, ich werde nie in  Kriege zieh’n -
denn vom Zehnten den ich nehm dann
hol ich mir Nutten, Tripper, Kokain.

Die Po-ethische Perversion? Wäre ex!
Ich erlaube an dir rumzuspielen!
Wie einst der Papst hat man mit Frauen Sex -
auf einmal gleich mit möglichst vielen!

Selbst was für Götter sonst ungewöhnlich,
so bin ich halt – ich gönn’s euch allen!
Und erscheine höchstpersönlich,
wollt ihr vor mir auf die Kniee fallen!

Wer außer mir klatscht noch Applaus;
weil’s gefällt was ich beschrieben,
der kippt für Stimmzettel ne Urne aus
und macht sein Kreuz vor Wolke  sieben!

aufdieletztenanderbar

Es steht neben mir der Teufel stolz
feiert meinen Kopf aus Holz
während ich versagend nur
weitertanz auf meiner Tour
von der Klinge auf die Klippe
vom Stuhl auf's Dach über die Strippe
leer und ausgebrannt vor lauter Glut
ersauf ich selbst im Herzensblut.
Es steht mir bis Unterkante Oberlippe
im Kopf ein Loch, in der Hand eine Schippe;
ich stehe hier und würd gern graben
habe nur noch Kraft im Steh'n zu darben.

Und seh wie wir uns morgen hassen,
weil wir uns bis heut verpassen.
Ich will zurück und mache weiter
Teufel springt wie'n Kind so heiter,
bis ich denk: Der Typ? Ehrlich?
Der war wirklich mal gefährlich?
Nun steht er da und singt in Klarheit
Wort für Wort! Ungelogen! Nur die Wahrheit!
Wie wir Stück um Stück selbst das vergeben
was wir nie hatten und vielleicht nie  erleben.
Brüder! Schwestern! Lasst den Teufel machen!
Die arme Sau hat nur Dank uns gut lachen!
Früher Höllenfürst und Menschenquäler,
heute Buchhalter und Erbsenzähler,
wenn jeder alles gibt zum bittren Ende,
dann bleibt uns Stolz auch ohne Wende!

DIESER MITTELFINGER! FÜR DICH! DU PENNER!
ER IST! UND BLEIBT! UNSER GEMEINSAMER NENNER!

ichsehedenglaubenalleinemirfehlendiezeichen

Wie’s wohl wär, wenn’s nicht verhallte,
was man um den Latz sich knallte?
Wie’s wohl wär, wenn wir er-reichen
die Hände uns durch Fragezeichen?
Die dröhnende Stille, sie würde weichen,
schrien wir’s raus mit Ausrufezeichen!
Der Kenner könnt gekonnter kennen,
würde er mit Semikolon trennen
und verbunden mit Gedankenstrichen,
wär manch Gedanke nicht verblichen!
Wie’s wohl wär, wenn’s nicht verhallte,
was man um den Latz sich knallte -
wenn wir nicht durch die Gedanken hetzten
und am Ende dort bloß Punkte setzten…?

vomjägerzumgeplagteninzehnkommazweisekunden(ohrgewurmt-1)

Wer kommt und will gern Amseln
wamseln
dabei wie’n Hahn rumbosselt
wird von mancher Amsel dann ge-drossel-t
und man sieht ihn raben-schwarz Motorrad fahren
im Hühnerstall, wo andre schon am Gackern waren
und Kuckuckseier pflegten
weil sie einem Windei keine eigenen ins Nest legten.

tweetsiebenundzwanzig

Ich frag mich, wohin wir kämen,
er-lebten wir, statt zu erben;
wenn wir uns das Leben nähmen
und belebten, statt zu sterben.

Donnerstag, 6. März 2014

analle!

an alle bis-hierher-und-nicht-weiter-denker
alle zur-not-eben-sich-selbst-verschenker
an alle verlorenen sich-selber-lenker
alle unverbog´nen selbst-verrenker

an alle chance-um-chance-zu-gern-versäumer
alle trotzdem-noch-vom-morgen-träumer
an alle über die sie gern' „versager!“ klagen
und die trotzdem eigne wege wagen

an alle im-spiegel-nicht-sich-selbst-erkenner
alle nacht-um-nacht-nach-wahrheit-renner
an alle die vergessen in den menschentrauben
als verbot'ne frucht doch an sich glauben

an alle die unentwegt dort ausweg spüren
„wohin“ man fragt „soll´s bloß noch führen?“
an alle die leuchtend auch sich selbst mal blenden
die aus überzeugung nicht bloß zeit verschwenden

an alle die hier und heut´ im traum verbrennen
alle die utopia so zu hause nennen
an alle gottverdammten sternbesinger
eure stolz erhob´nen mittelfinger

ich seh ihn vor mir selbst verschwommen
unser tag er wird bald kommen
an dem man uns dann glied an glied
als wahrheit noch ins auge sieht
an dem wir geschlossen ineinander reihen
synergisch sinnen wieder sinn verleihen
an dem jeder wird am meisten fehlen;
daher will ich dir die angst nicht verhehlen:
wirst du weiter dich davon bloß stehlen
werd ich auf ewig bis unendlich zählen

Montag, 3. März 2014

deathblow

Ich lieg am Boden, der Rücken zur Wand
hab kalten Schweiß im Stift in der Hand
ohne Gründe jetzt noch aufzustehen
mit Angst am Himmel schwarz zu sehen
mit Angst ich muss mir eingestehen
es ist an der Zeit zu gehen.
Für die Trinker schenk ich nochmal ein
leg für die Kokser eine Line
hab für Druffies eine Hand voll Pillen
wünsch Fixern einen starken Willen
für alle andern meine Hand
meinen Kopf durch eure Wand.

Lasst uns noch die eine Wahrheit nennen
wer drinne friert sieht’s draußen brennen
es knarrt und kracht im Erdenhaus
der Mensch, er räuchert sich heraus.
Drum lasst uns dieses Mal noch tanzen
wir trinken, feiern, rauchen Pflanzen
für die nochmal das Haupt zu senken
für die nochmal die Fahne schwenken
für die, die wir zu früh verloren
für die, an die wir zu denken geschworen.

In der Küche stehen um den Brei
zu viele Köche, kochen Einerlei
das Grau noch mit Beton zu würzen
und Trümmern, die vom Dach abstürzen
so steh’n sie da und hoffen munter
der nächste Koch, er macht es bunter.
Das Fenster zum Garten steht offen
das Leben rausgejagt vom Hoffen
wird eingeholt und erlegt
aufgebrochen und zersägt
in Tupperdosen konserviert
liegt’s in Truhen und erfriert
weil der Mensch sich selbst verkannt
das Haus, das Haus. Es steht in brannt.

So geht mein letzter Fingerzeig
nach Hause Richtung Bürgersteig
auf einen Flug
auf einen Zug
auf ein Gläschen
auf ein Näschen
auf ein Stößchen
auf ein Röschen
auf ein Möschen
ohne Höschen
nochmal grillen
ein paar Pillen
noch ein Küsschen
auf mein Tschüsschen.

Als sich der Tag gen Ende neigt
ihr Blutdruck bis ans Limit steigt
die Köpfe sich nach unten neigen
grau gespiegelt in den Bürgersteigen
wein ich meine letzte Träne
für jeden, der mich bei sich wähnte
spucke meine letzten Tränen
auf dein, sein, ihr und euer Gähnen
und gehe zurück nach Hause
auf meine Suche ohne Pause.

Ich ziehe mit der Melodie
weg vom Sturm und flieh
hör noch wie die Stille schreit
“Mensch ich bleib gern unbefreit”
seh tot gesagte länger sterben
seh tot geplagte nichts vererben
hab im Gepäck noch ihren Schatten
vom Leben, dass sie niemals hatten

hab in Gepäck und Kämpferherz
Blut und Narben, Tränen und Schmerz
hab im Gepäck noch dieses Hoffen
das Ende sei vielleicht noch offen
das ich den Anfang finde dann
mit Mensch, der wieder denken kann
wo sein Wesen wurd der Raub von Flammen
will ich die Fahne in die Asche rammen.

Samstag, 15. Februar 2014

entwurzelt

Der Tränen müde
gähnend
verwachsen welkend Äste sich
nach Lebenszeichen sehnend

Im Sande verlaufen
so geht’s nicht weiter
nur an der Hand
keiner Begleiter

Einer nur reichte
der ohne zu zieren
sagt wer sich findet
der kann sich verlieren

Starr wie die Eiche
verwurzelt mein Wille
schließ ich müde die Augen
dröhnt im Ohr mir die Stille

Mittwoch, 5. Februar 2014

urknallfall

Ach Mensch
glaubst du wirklich
zu fliegen
mit den Armen
rudernd
die Geldschlinge
um den Hals
vom wackelnden
Thron
bereit dich
in dein endgültiges
Schicksal zu stürzen?

Nur weil der Boden
der Tatsachen
unter dir
verschwindet
und du erkennst
du wirst auf ihm wohl
niemals landen?

Muss die Zeit erst kommen
dich abzuhängen
war dein Glaube
an Unsinkbarkeit
letzter der
fatalen Irrtümer
bevor du schließlich
urknallst.

Montag, 3. Februar 2014

dasliedvomverlorenenjungen(1)

Ich frage mich, wen ich dort sehe
ob ich es bin, der stellt sich dar,
wenn ich fragend vor’m Spiegel stehe;
ob ich’s noch bin? ob ich’s je war?

Ich frage mich, was ich dort sehe
Engel? Teufel? Oder Narr?
Ich frage mich, wo ich bloß stehe
und ob ich selber dort je war.

Ich frage mich, ob ich wohl dichte
oder kunstvoll mich verstecke?
Ich frage mich, ob ich berichte
oder künstlich mich eindecke?

Ich frage mich:

Bleib ich hier
allein zurück
hinter der Hoffnung
die wir  hatten?

Ich frage mich:

Werf ich Dir,
Stück um Stück,
in Deine Richtung
meinen Schatten?

Ich sage Dir: Ich werd bald kommen,
voller Angst, Du lässt mich sitzen;
hör mich denken: Frei geschwommen!
Seh dabei mich rudernd schwitzen.

Ich sage Dir: Ich werd es schaffen,
nicht ewig bloß hier weiter treiben,
und frage mich: Werd ich’s je raffen?
Will so gern hier weiter bleiben.

Ich frage mich: Wer sieht mich glühen,
wenn ich im Kreis mich drehe?
Ich frage mich, was wird mir blühen,
wenn ich weiter hier eingehe?

Ich frage mich: Bin ich hier verloren;
dabei bloß zu verschwinden?
An dem Ort, von dem ich geschworen
ihn zu suchen und zu finden.

Ich frag mich bloß; wohin wir kämen,
er-lebten wir, statt zu erben,
wenn wir
gemeinsam uns das Leben nähmen;
und es lebten, statt zu sterben.

Montag, 27. Januar 2014

lebenimschatten

Es fegt durch die Stadt, um den Turm
die erste Bö vom Wintersturm
auf den der Glöckner wartet nun
vom letzten Stündlein kund zu tun.
Die Straßen sind Menschenverlassen
ins Heimatgemäuer fliehen die Massen
nur mancher irrt umher vergebens
suchend nach dem Sinn des Lebens
im tiefen Schnee die Spuren führen
vor blut’ge Flecken vor den Türen
wo Menschen auf der Stelle traten
die vergeblich dort um Einlass baten.
Erfrierend steht im Minirock
die Straßendirne und hat Bock
keiner hält inne, nicht einer weint,
nicht einer weiß, wie Ernst sie’s meint.

Der Mensch trauert um sein Leben
dessen eine Hälfte er vergeben
versucht die andre zu vergessen
die er durchgeackert wie besessen.
Es macht sich breit in kalter Luft
des Winters frostger Todesduft
atmet schwer, atmet tief
er läuft weiter, wie er lief
auf den ihm bestimmten Wegen
gerade seinem Ende entgegen.
In dunklen Ecken klingen Stimmen
man sieht glühend Kippen glimmen
Atem weht durch Schall und Rauch
wie letzter Hoffnung zarter Hauch
im Dunkel hält sich gut versteckt
ein Rest von Leben noch bedeckt.

Der einen Schatz sein eigen nennt
den der Mensch bis heut nicht kennt;
als er seinen Gott um Gnade gebeten
hat man ins Unterholz Pfade getreten
im tiefsten Schnee bezeugt selbst nur
über höchste Gipfel führend die Spur
unter Wurzeln mächtiger Bäume
liegen tief begraben neue Träume.
Die bereit sind jene vorzuholen
die sich ins Dunkel fort gestohlen
noch nicht vom Leben überrannt
lebt ein Rest von Leben unerkannt.
Der Winter späht mit Argusaugen
die Reste in sich einzusaugen
dumpf läutet es vom alten Turm
das Ende ein schon für den Wurm.

Es fegt durch die Stadt, um den Turm
des letzten Winters erster Sturm.

Sonntag, 26. Januar 2014

thebeast(1)

Ich höre  dich
heute noch
sagen
“so wie die
werde ich nie!”

Doch ich sah dich
schon machen
so wie sie
so wie sie einst
dachtest du noch
so wie die
würdest du nie

Ich sehe dich nun
gemacht zu dem
der du nie
sein wolltest
ich höre dich nun
den verleugnend
der nie sein wollte
wer du nun bist

kann dich nicht mehr hören
wenn du redest
dich nicht mehr erkennen
wenn du handelst
als wäre deine Seele
wie die Strahlen
der Sonne
aus deinem Leben
verschwunden
hinter gesenkten Gardinen
und verschlossener Türe
als wäre deine Seele
im kalten Rauch
in lebendigem Leibe
erstickt

In Gedanken an dich
stehe ich bereits
an einem Grab
vor einem Namen bloß
mit Blumen geschmückt

rastlos suchend
stehe ich nächtelang
vor diesem Andenken
und weiß nicht mehr
wo ich noch graben sollte
nach dem Menschen
der dort eigentlich
beerdigt sein
müsste

Dienstag, 21. Januar 2014

nebelbewandet

vor uns liegt
das diesige ende
grauen weges

die spielenden kinder
vertrieben
mit dem letzten schneemann
untergegangen
in den flammen
der erderwärmung

bloß gestellt
hetzen die menschen
durch den winter
nebel
schwitzend
verlaufen sie sich
im dickicht

frühe vögel
zwitschern

vor morgen
grauen

Perlentaucher


Alleine stand ich
an diesem See
noch lange nachdem
das Dröhnen der Stechuhr
die Menschen
längst zum Dienst
abberufen.
Und starrte.

Tag für Tag
starrte ich,
durch mein Bild
gespiegelt
auf der Oberfläche
in der Hoffnung
auf mehr
starrte ich
in diesen See.

Die dunklen Wolken
Vorboten
über mir
nur Blitze
Restlicht
in der finsteren
Nacht,
so starrte ich
bis auf den Grund.
Auf den ihre
Lebensperlen
im göttlichen Stahlhagel
unwiederbringlich
gesunken.

Einsam
starrte ich
auf mein Bild
in diesem See
entlang meiner Wangen
die Träne für
vom Niederschlag
beerdigte.

Wer nicht ohne Fehler
ist,
so wie ich es
nicht bin,
dachte ich.
Der werfe
den ersten
Stein,
ich sah ihn
in mir versinken,
versuchte vergebens
noch die Träne
zu greifen,

stehe nun
an diesem See
im Steineregen
und sehe mein Bild
in Ringe
zerfließen.

Frierend
fürchte ich
das ewige Eis
in dem meine
zarten Wogen
sich schockgefrostet
festglätten könnten.

Schwitzend
hoffe ich
du wartest
am rettenden Ufer
an dem ich breche,
ziehst du mich nicht
aus den kalten Fluten,
an dem ich breche
reichen wir uns nicht
die helfenden Hände,

in deren Handschlag
zur Muschel geballt
unsere Perle
aufgeht,
wenn wir einst
angekommen.

Gemeinsam stehen wir
um diesen See
suchen den Weg
ans andere Ufer,
unser zu Hause
am Morgen danach.

In finsterster Nacht
glühen
um diesen See
Katzenaugen
in den Türmen.

Samstag, 11. Januar 2014

vondir.voneuch.meinkein.undalles.

Hier steh ich liegend nun. Auf deiner Matte
und umklammere fest, was ich nie hatte.
Auf der Suche im Nichts. Irgendwo verloren;
dem Heimweh nach, mit dem ich geboren,

zwischen Ona-NIE-gestöhne, Rumgequäle,
zwischen Bluttrockengeföhne, Weitgefehle,
zwischen mächtigen Türmen, wo Götter-funken
sich ins Erdenhaus brennen, wo feuertrunken,

der Mensch bloß mit den Fingern zeigt,
über krumme Buckel gern nach oben steigt.
Wo Mensch bei seinem stand-gepunkte;
vor-eingenommen laut bloß unkte,

zwischen Glücksgeschmiede, Hugogebosse,
zwischen Bock und Gärtner, Hochgerosse,
zwischen Himmelssturm und Tiefergesinke;
verlornen Gesichtern und Drübergeschminke.

Den man gern säh. Den stell ich nicht dar;
wär gern der, der bis heut ich nicht war.
Den man nie sah. An den ich doch glaube,
er steht verlassen in der Menschentraube,

und sieht noch diese Kerzen flackern;
schlagende Herzen laut singen und ackern,
bis sie im Lauf der Zeit dahingeflossen;
züngeln sie unentwegt nach welken Sprossen.

An die, die weinend über Dingen stehen;
unterdrückt nicht einfach untergehen.
Die den Aufgang dieser Sonne kennen;
gegen den Untergang wie wild anrennen;
die als Schmetterling mir Wut im Bauche:
An Euch! Die sich abheben im Schallgerauche!

Lasst uns schweigend lauthals weiter singen
schweigend dem Lied ein zu Hause zu bringen.
Mit Euch einzuziehen. Glaubt mir es wäre;
mit Euch zu sein. Wär mir größte Ehre!
Ich will gerne geh’n. Doch was ich wohl brauch;
ist Dein Lied das mir sagt: „Ich will es auch!“

Mittwoch, 1. Januar 2014

gefickteingeschädelt

Auf der Tanzfläche im Dancefloor-Heat
mit Trockeneisnebel und Strobogewitter
dröhnt aus den Boxen Techno-Beat
hat am Wanst man Gel, Armani und Glitter
der Kopf ist voll mit Bier, Koka und Weed.

Er vor ihm tanzend diesen Knackarsch sah
fünfundsiebzig B? Lässt er links liegen
bis der Riesenfreund dann kam ihm nah
ins Gebüsch ging’s dort ihn zu besiegen!
Der Reiz kommt erst sind Hürden da.

Was Freunde schwören sich nie anzutun
hält oft nur bis zur Tanke das Stück
wegen eines Streits war sie nicht immun:
ich fick dich! Stück! Los! Sitz zurück!
Bastard steckt in Rinderschuh’n

Wenn der beste Freund ihn traurig anguckt
ein Blick. Kopfschütteln. Nie im Leben!
Zwei Falsche sind von sich beeindruckt;
grinsen. Nicken. Haben es ihm gegeben!
Ihre Blicke dabei haben ihn noch bespuckt.

Hast du Dich Zeit des Lebens je geschämt
die Ehe zu offen? Fremde Lunte gerochen?
Hast die Antwort Dich zu geben gekrämt?
Es bricht das Herz. Erklärt für gebrochen;
und du bleibst gedanklich wie gelähmt

Nur mit Trost bloß ist nichts aufzuheben
es staut sich auf bis zu Wein-krämpfen
doch möglich ist es wieder aufzuleben
Klarheit gilt es sich zurückzuerkämpfen!
Schweigen bedeutet sich aufzugeben.

Hab ihn mit Vers und Stroph’ mir eingebildert
und es hat geendet im Gedankenkrampf.
Wahr ist das Trost Schmerz nur kurz mildert;
wahr ist auch: Es ist und bleibt ein Kampf.
Wo Leben blüht. Kommt Mensch und wildert.