Freitag, 27. Dezember 2013

ausangst



Aus Angst! Aus Angst! Liegt er vor uns da,
den jeder kennt doch keiner je sah;
stirbt allein, verlassen, unerkannt
seinen Junkietod am Straßenrand.

Das Letzte was er für sich noch dacht:
"Wie lang man wohl am Besten noch lacht?"
Denn der hinter ihm vor’m Abgrund stand
hat es nur Dank ihm noch nicht erkannt:

Dieser Ort, wo man die Leiche dann fand
befindet sich über dem Tellerrand.
Wo der Mensch, den man zu kennen meint
sah das man um's Leben nicht mehr weint.

Hört uns sagen: "Tief kann man sinken!“,
hört uns fragen: "Muss man so stinken!?!?"
hört ihr es nicht? Was er dazu spricht?
 “Aus Angst! Aus Angst! Verzichte! VERZICHT!”

Aus Angst! Aus Angst! Liegt vor uns so da,
was jeder sieht doch keiner je sah.
Aus Angst! Aus Angst! Vor’m Straßenrand
verwest Wahrheit vor uns unerkannt.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

andenrollmopsimglas(cagedbeast)!willkommeninderwirklichkeit!

(III)

Der freie Fisch. Im Weltenmeer.
Weil er frei ist. Leidet er.
Weil die Fische in den Netzen.
Weil er frei ist auf ihn hetzen.

(II)

Weil die Fische in den Netzen
den kleinen Fisch darin zerfetzen
weil die Fische in den Netzen
über’s Netz sich nicht entsetzen

weil die Fische in den Netzen
nicht merken wie sie sich verletzen
weil die Fische in den Netzen
über’s Netz sich nicht entsetzen

(I)

weil er mit Fischen in den Netzen
dabei war sich zu zersetzen
dacht auch der freie Fisch im Meer,
dass die eigne Masche Grenze wär

doch in den Seilen hängend geblieben
nicht treibend einfach mitgetetrieben
begann etwas in ihm zu glimmen
begann er sich so freizuschwimmen

(NULL)

wenn’s Netz praktisch die Grenze wär?
gäb’s theoretisch ja das Meer nicht mehr.
Wenn’s Netz praktisch die Grenze wär;
wo verdammt? Kommt’s Netz dann her?

Er fraß es rein und schrie es raus
vom Meeresgrund ertönte Applaus
dem nach hat er sich frei geschwommen
ist den Dingen auf den Grund gekommen;

weil er es wusst nun wollt er schreien,
weil er es wusst wollt er befreien,
weil er es wusst. Hat er sich’s geschworen,
weil er es weiß. Schwimmt er nun verloren,

weil er nun hört. Wie der Fischer lacht!
Weil er nun weiß. Um der Netze Macht;

weiß er nun wer. Im Netz nicht verloren;
ist draußen allein. Weil drin nicht geboren!

(III)

Der freie Fisch. Im Weltenmeer.
Weil er frei ist. Leidet er.

Weil die Fische in den Netzen,
weil er frei ist auf ihn hetzen.

Weil die Fische in den Netzen
über’s Netz sich nicht entsetzen.

Montag, 2. Dezember 2013

Wellenbrecher

Wer einst wagte es laut  vorzudenken
selbst im Angesicht von Hohn und Spott
so versucht zum letzten Gegenlenken
der endete oft verlassen am Schrott

Wenn der Mensch in blindem Wahn entbrannte
geschürt durch Hass in brennende Heere
die Ehr', Moral und Vernunft verkannte
fiel schon mancher Schatz dem Wahn zur Ehre

Fern schwelende Stürme am offnen Meer
sie erfordern Kraft sich selbst zu stellen
bläst die Zeit noch Wind vom Lande dann her
bricht einsam der Fels am Ufer Wellen

Meine Heimat

Schlendernd laufe ich durch unser Land
schaue gerne auf die grüne Wand
wenn die Sonne rot am Horizont
thront vom weißen Berg die Lichterfront
durch die grünen Hügel fließt der Fluss
die Natur wirkt auf mich in einem Guss
warmer Wind weht mir durch's Haar
dieser Flecken Erde, wunderbar
wenn beim Laufen noch Kiesel knirschen
ein Stück weiter noch Jäger pirschen
in den Lungen nur die frische Luft
in der Nase dieser Blumenduft
ich könnt´ ewig ziellos weiterlaufen
fernab von Käufern die verkaufen.

Doch ins Dunkel hüllt sich´s Paradies
die Nacht wandelt das Tal zum Verlies
wenn junge Menschen ihre Leben
bevor sie´s jemals lebten geben
mit Crystal, Koks und Amphetamin
sieht man Bauernkinder Bahnen zieh´n
an diesem Ort, wo ich geboren
da habe ich jeden Freund verloren
so laufe ich einsam durch die Nacht
wie die letzte auch wird durchgemacht
doch wo harte Jungs täglich weinen
wird Sonne wieder´s Grün bescheinen
mit ihren ersten warmen Strahlen
uns Hoffnung in die Landschaft malen
so erkenn ich morgendlich - allein´
möcht am Ende hier begraben sein
wo ich zu oft ich selbst nicht mehr bin
wieder und wieder zieht's mich dorthin

Ich trink auf dich, Tal der Schmerzen;
sorry, dass so selten ich's erwähne
Heimat, ich trag´ dich tief im Herzen
und lieb´ dich selbst für jede Träne!

Alles bloß Gold, was glänzt

Warum glauben wir die, die horten und raffen
und auf Neider so gerne abwertend gaffen
seien die, die sich selber nur die Nächsten sind
dabei nutzt doch meist das Menschenkind

Die kalte Fassade aus Ruhmdingenundzahlen
als Anstrich bloß im Haus der Qualen
dabei dient doch Schmuck oft Ochs’ und Rind
zu verschleiern wer sie wirklich sind

Nicht umsonst legt man Wert auf falschen Schein
nur um der Mittelpunkt mal selbst zu sein:
Denn wenn man bedeutend wie ein Status bloß ist
bedeutet es bloß. Das du selbst nicht mehr bist.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Unser Moment

Es gibt Momente
in denen tue ich
was ich bin,
es gibt Momente
in denen bin ich
was ich tue,

es gibt Momente
in denen verliere ich
mich
in deinen Augen,
es gibt Momente
in denen glänzen sie
durch meine
Worte
in deinen Ohren,

es gibt Momente
in denen streichle ich
dein
schwarzes Haar,
es gibt Momente
in denen berühren
sich
unsere Lippen,
es gibt Momente
in denen schließen
sich
unsere Augen,

unvergesslich
die Momente.
in denen wir uns
lieben.

vergessen wir
selbst das Wort
Liebe.
wozu?

Es gibt
Momente