Sonntag, 3. November 2013

Dämmerung

Wieder knie ich
auf meiner Flucht
vor den grauen Straßen
dieses Lebens
voller Menschen
die auf den Bürgersteigen
applaudierend betteln
nach mehr von den
erfüllten Erwartungen
die sie nie an mich hatten

Alleine
vor einem leeren Stuhl
auf dem du mich
erwartet
in den du mir
wir waren hier
zum Abschied eingeritzt
knie ich
auf den verfilzten Haaren
die du dir ausgerissen
die nun endgültig
auf meine Kappe gehen werden

Ich werfe nur noch
augenzwinkernd
einen letzten Blick
in diese Runde
leerer Stühle
ehrenwerter Menschen
genieße
den Klang ihrer Lieder
um abgewendet
in die Nacht
auf meinen eigenen Weg
zurückzukehren

Inmitten der schnatternden Heerscharen
vor dem Winter fliehender
Vögel
zwitscherst du noch
ich höre dich singen
inmitten zum Mond heulender
Wölfe

Grinsend kehre ich so
ins Dunkel zurück, denn
wir werden uns krähen hören
inmitten der aufgescheuchten Hühner
werden nur wir es wissen
wann es an der Zeit ist
endlich aufzustehen

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