Montag, 4. Februar 2013

How 2 run a Webblog



Jeder, der schonmal ein Webblog eröffnet hat, kennt es. „Wie werde ich zur Nadel im Heuhaufen?“, so lautet in etwa die Frage, die man sich automatisch stellt, wenn man seinem Größenwahn erliegt und versucht innerhalb von Milliarden von Zeilen an Text seine eigenen Gedanken unterbringen.  Und zwar so, dass sie auch wahrgenommen werden. Die Antwort? Klar. Hat Google.

SEO-Optimizing. Social networking. Social Media. Tagging. Twitter. Facebook. Gewinnspiele. Blogroll. Trackback. Webfeed.

So in etwa wird sie ausfallen. Auf abertausenden von Blogs, die sich (oftmals ausschließlich) mit der Frage beschäftigen, wie man richtig bloggen sollte.
Oft auch mit einem Post, der beschreibt, wie nach Meinung seines Autors ein Blogeintrag optimalerweise auszusehen hat, der wirklich gelesen werden will.

Schriftgröße. Tagging. Twitter. Facebook. Bilder. Videos.

So in etwa wird die Antwort ausfallen. Manchmal sogar werden erfolgsversprechende Inhalte vorgeschlagen. Interessant solle er sein. Pauschal will man es meist nicht sagen können. Am Ende: Bleibt Statistik um Statistik.
Nicht länger als 100 Worte. Maximal 200-300. Auf jeden Fall nicht zu lang, je kürzer, desto besser. So lautet der allgemeine Tenor, als Antwort auf die häufig gestellte Frage, wie lang ein Blogpost denn optimalerweise sein solle.

Das man glaubt, sich zu verwirklichen, wenn es diese Maßsstäbe sind, nach denen man sich richtet. Ist menschlich. Aber nicht logisch.

Denn man verwirkt sich. In einer gelebten (und scheinbar von vielen geliebten) Oberflächlichkeit.
Wenn der Gedanke, nur der Gedanke, um den es eigentlich ging. In den Hintergrund rückt, weiter und weiter. Zugunsten von Statistiken.
Die besagen wollen, wie man am einfachsten gelesen wird. Und so automatisch verwässern, was man eigentlich zu sagen hatte.
Zugunsten von Statistiken, die die Gedanken nicht selten sogar komplett ersetzen. Die gelebte Oberflächlichkeit. Statistik um Statistik.

Denn der Glaube, man sei erfolgreich, wenn man sich ihnen nach beugt. Und so gelesen wird. Ist Menschlich. Aber nicht logisch.

Das erkennt man wohl alleine schon daran, dass die Welt, in der wir leben, immer komplexer wird. Die Texte, in denen man sie beschreibt? In denen man beschreibt, wie man sie sieht? In denen man beschreibt, wie man sie gerne sähe?
Sie werden immer kürzer. Und weniger. Und vor allem auch: Weniger gelesen.

Worte wie „Überzeugung“ oder „Traum“, sie wird man vergeblich suchen, in alldem, was erklären will, wie man es heutzutage zu sagen hat. Wenn man glaubt, etwas zu sagen zu haben.

Das wir das Produkt dieser Entwicklung „Informationszeitalter“ nennen. Und uns als dessen aufgeklärte Kinder betrachten. Ist menschlich. Aber nicht logisch.

Denn hinter alldem verschwindet. Was der Sinn (der Sache) war.
Nun mag sich manch einer für cleverer halten als Andere, nur wenn er Statistiken in der Lage ist zu erstellen oder „mit ihnen umzugehen“.
Klar, wer zählen kann. Ist klar im Vorteil. Aber: Wenn das alles ist, was ihr könnt? Können wollt. Gekonnt haben wollt.
Dann sage ich umso überzeugter, wenn ihr mich fragt, wie man ein erfolgreiches Webblog betreibt:

WER NICHT VERGISST „WARUM?". DER BRAUCHT GAR NICHT ERST  ZU FRAGEN „WIE?“.

Denn wer heutzutage, trotz allem noch, nur seiner Überzeugung nach handelt und trotzdem gehört wird. Ist in jedem Fall ein Gewinner.
Und an all die die Philosophen, Dichter, Denker, Künstler, Weltverbesserer, Träumer. Wenn ihr vor einer müden Blog-Statistik sitzt. Und sich trotzdem die Frage nicht stellt.

WEIL ZU SAGEN, WAS MAN DENKT. BEDEUTET AUCH ES ZU SAGEN, WIE MAN ES DENKT.

Dann wisst ihr es, am Ende, immernoch selber am Besten, wie man ein gutes Blogpost schreibt. Kommt, bitte, einfach erst gar nicht auf die Idee, euch ändern zu wollen. Oder es aufzugeben. So hart es auch sein mag.

ÜBERZEUGUNG IST ES, WENN DU ES DEM ZEITGEIST MITTEN INS GESICHT SAGST.

Egal, ob er es nun hören will, oder nicht. Sagt es. Wenn ihr nicht verloren gehen wollt, in dieser Welt der „unbegrenzten Möglichkeiten“. Dann sagt es einfach.
Denn um Freiheit geht es euch doch. Und Freiheit ist ganz einfach. Wie sie George Orwell korrekterweise beschreibt:  

“FREIHEIT IST DAS RECHT, ANDEREN ZU SAGEN, WAS SIE NICHT HÖREN WOLLEN.“

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